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Musik mit dramatischer Geste, etwas Biss und Süße

2004. Gütersloh.
Musik mit dramatischer Geste, etwas Biss und Süße
Gütersloh (gl). Ernste Klänge bestimmten den jüngsten Kammermusikabend in der
Matthäuskirche. Mit den drei Musikerinnen, die das Konzert im Rahmen der Reihe Kunst in der Kirche gestalteten, stellten sich zugleich auch drei versierte Lehrkräfte von drei Gütersloher Musikschulen vor und präsentierten eine gelungene Zusammenarbeit.
Im ersten Teil des Abends musizierte die Cellistin Olga Manko (Lehrerin an der Schule für Musik und Kunst) zusammen mit der Pianistin Chihiro Masaki (Musikschule Schmidt). Schwermütiger bis dramatischer Gestus stand im Mittelpunkt der vier Kompositionen aus Barock und Moderne. Gekonntes Zusammenspiel prägte das Adagio con variazioni von Ottorino Respighi. Der sonore Celloton von Olga Manko hatte Biss und dennoch die notwendige Süße. Technisches Können bewies die Musikerin mit ihrem Spiel in den hohen Lagen, die gerade in diesem Werk ausgeprägt gefordert waren. Ausdruckskraft verband sich mit Klangschönheit, wenn man sich hier und da vielleicht auch mehr Lebendigkeit, mehr Atem im Spiel gewünscht hätte.
Eher selten zu hören sind die Kompositionen von Sir William Walton. Olga Manko überraschte das Publikum mit der Passao-aglia für Solo-Cello und überzeugte mit intensivem Klang und Virtuosität. Das folgende Adagio von Bach widmete die Instrumentalistin einem im Sommer 2003 verunglückten russischen Artisten.
Trotz jazziger Klänge zum Schluss des ersten Teils blieb das Programm atmosphärisch stimmig. Die Musik von Count Basie erklang als melancholischer Blues, schwerblütig und dicht.
Zwei große Sonaten für Violine und Klavier aus Romantik und Impressionismus standen im zweiten Teil auf dem Programm. Sonja Matakas (Kreismusikschule) zeigte mit ihrem Violinspiel und in ihrer Interpretation musikalische Ausgereiftheit und Sicherheit. Schlüssig phrasiert musizierte die Geigerin in großen Spannungsbögen und wusste mit wohl dosierter Tongebung zu überzeugen. Als gekonnte Dialoge zwischen Violine und Klavier erschienen sowohl die Sonate G-Dur von Johannes Brahms als auch die Sonate G-Dur von Maurice Ravel, die mal als filigranes Klanggespinst hell und durchsichtig schimmerte und dann mit Jazz-Elementen jonglierte.
Viel mehr als eine Begleiterin war bei all dem Chihiro Masaki. Die Pianistin beeindruckte durch ihr äußerst lebendiges und intensives Spiel, bei dem jeder einzelne Ton exakt platziert und gefärbt war. Auf diese Weise gelangen Klaviersätze von fesselnder Ausdrucksstärke. Zum Abschluss überraschten die drei das Publikum mit einer Zugabe als Trio und unterhielten die Zuhörer mit Musik von Astor Piazolla.
Dr. Constanze Natosevic

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O.Minskaya (O. Manko)

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